
Gemeinsam Yoga im Klassenzimmer-1
Warum Yoga in den Stundenplan gehört – und was es braucht, damit es bleibt
Wir freuen uns sehr: In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Yoga-Forums, dem Fachmagazin des BDYoga, wird Lieblingsfach Matte auf einer Doppelseite vorgestellt.
Unter dem Titel „Yoga in der Schule – Lieblingsfach Matte“ hat Chefredakteurin Miriam Müller mit unserer Projektleiterin Anna Stechert über die Idee hinter dem Projekt, die Erfahrungen an den Kölner Grundschulen und die Frage gesprochen, wie Yoga langfristig seinen Platz im Schulalltag finden kann.
Fähigkeiten fürs Leben
Warum sollte Yoga überhaupt ein festes Unterrichtsfach sein und nicht nur eine freiwillige AG?
Weil wir mit Yoga alle Kinder erreichen können – unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Voraussetzungen oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien. Die Kinder lernen, ihren Körper bewusster wahrzunehmen, mit Stress und Aufregung umzugehen, zur Ruhe zu kommen und auch Stille auszuhalten.
Gleichzeitig erleben sie Gemeinschaft ohne Leistungsdruck. In der Yogastunde geht es nicht darum, besonders beweglich zu sein oder eine Übung perfekt auszuführen. Die Kinder erfahren, dass jeder Körper anders ist und dass Menschen unterschiedliche Fähigkeiten, Bedürfnisse und Grenzen haben.
Im Interview erzählt Anna auch, wie eine typische Yogastunde abläuft: mit einem festen Platz auf der Matte, einem Begrüßungsritual, Atemübungen, dem Sonnengruß, spielerischen Bewegungen und einer abschließenden Entspannungsphase. Dabei darf jedes Kind selbst entscheiden, ob und wie es an einer Übung teilnehmen möchte.
Yoga soll in der Schule bleiben
Ein wichtiger Teil des Gesprächs ist die Nachhaltigkeit unseres Projekts. Lieblingsfach Matte soll nicht nur so lange stattfinden, wie externe Yogalehrende an die Schule kommen.
Deshalb arbeiten unsere Yogalehrenden eng mit den Klassenlehrkräften zusammen. Die Lehrkräfte lernen Yoga zunächst selbst kennen und übernehmen im Verlauf des Projekts Schritt für Schritt einzelne Übungen und Teile der Yogastunden. So können Atemübungen, Bewegung und kleine Momente der Ruhe später ganz selbstverständlich in den Unterricht einfließen.
An unserer ersten Projektschule ist genau das inzwischen gelungen: Yoga bleibt auch nach dem Ende unserer Begleitung festes Unterrichtsfach. Darüber hinaus sind neue Rituale entstanden – etwa Zeiten zum bewussten Ankommen nach den Pausen, Atemübungen vor Klassenarbeiten und Rückzugsräume bei Schulfesten.
Was es noch braucht
Das Interview spricht aber auch offen über die Herausforderungen. Schule ist ein komplexes System, und jede Schule bringt andere Voraussetzungen mit. Ein Projekt wie Lieblingsfach Matte braucht deshalb eine gute Begleitung, qualifizierte Yogalehrende, verlässliche Strukturen und eine langfristige Finanzierung.
Denn wenn Gesundheitsförderung und Prävention einen festen Platz in der Schule bekommen sollen, darf dies nicht allein vom ehrenamtlichen Einsatz einzelner Menschen abhängen.
Unser Ziel bleibt: Schule als einen Ort mitzugestalten, an dem Kinder und Lehrkräfte nicht nur Wissen vermitteln und erwerben, sondern auch lernen, sich selbst wahrzunehmen, mit Belastungen umzugehen und gut miteinander verbunden zu sein.
Wir danken Miriam Müller und dem Deutschen Yoga-Forum herzlich für das ausführliche Gespräch und den Raum für unser Projekt!
Das vollständige Interview
Hier können Sie das vollständige Interview aus dem Deutschen Yoga-Forum 5/2026 lesen.


